New York City Love II

Samstag, November 07, 2015
Was ich an New York so liebe? Hmm... schwer zu sagen. Da gibt es so viel. Für viele von uns wäre es wahrscheinlich die Mode - die Metropole der angesagtesten Trends und neuesten Entdeckungen. Für mich persönlich ist es die Stadt an sich mit all ihren Facetten. New York wirkt einfach so riesig und ist doch so klein, dass man sogar alles zu Fuß erreichen könnte, wenn man es denn wollte und wenn man die Zeit dazu hat. Und zwischen all dem Trubel gibt es so viele tolle grüne Flecken, die zum Entspannen und Durchatmen einladen. Grüne Wiesen und Blumenbeete zwischen all den Betonklötzen und hupenden Autos. Grüne Oasen bremsen einen immer wieder ab und lassen einen für einen Moment verweilen. Der High Line Park gehört zu eben diesen Plätzen, die mich an New York so faszinieren.


Im Westen von Manhattan erstreckt sich der über 2 Kilometer lange High Line Park nahe des Hudson Rivers. Von der Gansevoort and Washington Street im Meatpacking District schlängelt sich der Park in Richtung Norden vorbei an Chelsea bis hoch zur 34th Street. Es ist wirklich total sehenswert, sich einmal die Zeit für diese Strecke zu nehmen. Vor allem bei Sonnenuntergang ist es wunderschön! Es gibt auch eine Stelle mit fließendem kühlen Wasser, die wie gerufen für angeschwollene Füße kommt, die einen den ganzen Tag über harten Beton tragen mussten. Der Ausblick, der sich einem bietet, ist wirklich toll und ist ein netter Begleiter auf dem Weg in die nächste Skybar. Auch auf dem Weg in Richtung 9/11 Memorial and Museum nutzten wir diese Strecke und spazierten dann noch ein wenig am Hudson River entlang. 


Der Weg ist wirklich ziemlich lang und man sollte sich Zeit nehmen, aber bei so schönem Wetter war es einfach unumgänglich, auch ein wenig die Sonne zu genießen, sich auf der Wiese zu sonnen und dabei den Blick auf den Fluss zu genießen. Was kann es schöneres geben, als sich dabei mitten in Manhattan zu befinden? Mit direktem Blick auf des höchste Gebäude. Umgeben von Ruhe und Lärm. Besonders süß fand ich all die Kindersportgruppen, die an dem Tag unterwegs gewesen sind. Ob auf dem Weg zu den Spielplätzen mit den Kleinen oder in Richtung Basketballplatz für die Großen - alle trugen sie ihre Warnwesten oder speziellen farblich abgestimmten Shirts, an denen man sie leicht erkennen konnte. Selbst am späten Nachmittag waren sie noch gemeinsam unterwegs und hatten ihren Spaß. Während wir uns auf den Weg zu einem ernsteren Thema in der Geschichte der USA begeben haben - 9/11...


Direkt vor dem One World Trade Center befindet sich das 9/11 Memorial. Unglaublich riesige quadratische Löcher befinden sich mitten in New York tief im Boden und erstrecken sich über eine gewaltig große Fläche. Literweise stürzt das Wasser wie Millionen von Tränen hinab in die Tiefe. Ganze 9 Meter sind die Becken tief, an denen einst die beiden Twin Tower ihren Platz hatten. Ich kann das Gefühl leider kaum beschreiben, das man empfindet, während man dort steht - all die Namen der Opfer, dieses gigantische Ausmaß und die Tatsache, dass all das Wirklichkeit gewesen ist, egal, wie weit es doch von Deutschland entfernt schien. Wenn man dann ganz plötzlich dort vor Ort ist, wird einem das zum ersten Mal wirklich bewusst und lässt einen ziemlich schlucken. 

Jeder der einmal die Möglichkeit hat, sich dieses Mahnmal und das dazugehörige Museum anzuschauen, der sollte dies unbedingt tun! Das Museum ist so unglaublich interessant eingerichtet, dass einem ziemlich oft einfach der Atem weg bleibt. Videos, Zitate, Sprachnachrichten der entfürten Passagiere, Bilder des Einsturzes und viele verschiedene Gegenstände, die einst einmal den Opfern gehört haben, selbst eingeknickte Stahlträger, die riesige Antenne eines der Gebäude und Feuerwehrautos werden im Museum ausgestellt und regen zum Nachdenken an. Ich stand einfach nur sprachlos mitten in all den Erinnerungen tief unter der Erde. Genau an dem Punkt, über dem sich das Unglück vor knapp 14 Jahren ereignete. Gänsehaut, Traurigkeit und Unmengen an Respekt gegenüber den vielen Helfern und Familien der Opfer nahm ich von diesem Ort mit nach Hause. Unbeschreibliche Gefühle. Und ein Kloß im Hals.


Den letzten Tag verbrachten wir noch einmal in Uptown. Der Central Park darf bei einem New York City - Besuch natürlich auf keinen Fall fehlen. Und so machten wir uns trotz des schlechteren Wetters auf den Weg um den größten der Seen. Wir pflückten Himbeeren (ob man das überhaupt darf?) und fütterten Eichhörnchen auf Bäumen und Schildkröten im See, kamen am Soft Field vorbei begegneten Joggern, Pferden mit Kutschen und vielen Radfahrern und Spaziergängern. Der Park ist immer so voller Leben und macht einfach nur gute Laune. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, uns (wie eigentlich ursprünglich geplant) ein paar Fahrräder auszuleihen, um uns einmal den gesamten Park anzuschauen - denn auch das wäre in unserem the New York Pass inbegriffen gewesen. 


Denn von New York muss man wissen, dass es eigentlich gar nicht so wirklich die Stadt ist, die niemals schläft. Und auch keine Stadt mit unbegrenzten Möglichkeiten - denn spätestens 17 Uhr schließt eigentlich so ziemlich jedes Museum, das man sich eventuell noch angucken wollte. Auch die Hop on - Hop off - Busse fahren nach 17 Uhr nur noch für spezielle Nachtfahrten und -strecken. Fahrräder lassen sich dann leider auch nicht mehr ausleihen und überhaupt scheint 17 Uhr eine ganz magische Stunde zu sein. Also versucht in New York (und auch in vielen anderen Städten der USA) einfach früher aufzustehen, um ab 9 Uhr Morgens auch wirklich alles nutzen zu können. Und habt vor allem wirklich immer die Öffnungszeiten im Blick! Es ist halt ärgerlich, dass es in dieser Stadt eigentlich so viel zu sehen gibt, man aber zeitlich einfach ziemlich eingeschränkt ist. 

Allerdings hat New York auch wunderschöne Gebäude mit den tollsten Verzierungen. Architektur spielt dort eine wirklich wichtige Rolle und zwischen all dem Beton und den verglasten Fronten finden sich immer wieder wahrhafte Schätze. Vor allem auch bei der Fahrt mit the Ride wird man immer wieder auf die tollen Bauwerke hingewiesen. Und man bekommt ganz nebenbei noch eine ordentlich Portion Entertainment geboten, bei der man lachen, tanzen und Spaß haben kann. The Ride ist eine extravagante Stadtrundfahrt für den etwas größeren Geldbeutel - denn mit 74$ ist diese Fahrt dann doch etwas überteuert! Doch natürlich ist auch diese Attraktion wieder im New York Pass enthalten, wodurch sie der Kauf dieses Passes erst Recht immer mehr lohnt! Der Bus in dem ihr fahren werdet ist kein gewöhnlicher Bus, denn die Sitzreihen sind wie im Kino angeordnet und man schaut zur Seite hinaus und nicht nach vorn. Durch die abgerundeten Fenster, die sich bis zur Hälfte des Daches erstrecken, hat man den perfekten Blick auf die Stadt und kann all den Überraschungen folgen, die einem mitten auf der Straße begegnen werden - eine Fahrt, begleitet von Schauspielern, tanzenden Ballerinas und singenden "Passanten" vereinen sich Broadway, Entertainment und Quizshow mitten in einer Stadtrundfahrt. Mitmachen sollte man dieses einzigartige Erlebnis auf alle Fälle einmal. Aber man sollte hier schon etwas mehr Englischkenntnisse mitbringen, damit man dem Ganzen besser folgen kann. Wer dann noch einmal ein wunderschönes Gebäude von innen bestaunen möchte, sollte vielleicht einmal einen Blick in die New York Public Library werfen. Sie befindet sich direkt am Bryant Park in Midtown. 


Ihr wollt am Ende eurer Reise dann doch noch - ganz wie einst Ted Mosby - wissen, wo es denn nun den besten Burger der Stadt gibt? Tja, also - wie schon die New Yorker in How I met your Mother schwärmten und ihren Sieger kürten, so kann ich ihnen bisher nur zustimmen - das Corner Bistro hat einfach so unfassbar gute Burger! Das kleine unscheinbare Bistro befindet sich in der 41st Street im Greenwich Village nur ein paar Blocks von Carry Bradshaws Apartment - Eingang entfernt. Dieser kleine Laden hat sich seine viele Auszeichnungen eindeutig verdient! Und trotz der Plastikteller schmeckt der Burger einfach traumhaft gut - medium gebraten und so unglaublich saftig und lecker! Das Bier wird in ordentlichen Bierkrügen gereicht und alles in allem ist es da so schön familiär und gemütlich, dass man sich gleich willkommen fühlt. Natürlich ist das Bistro auch oft recht voll und bietet aufgrund der Größe auch nur eine geringe Anzahl von Plätzen - aber wer etwas Geduld mitbringt und einen Augenblick warten kann, der darf sich auf einen fabelhaften Imbiss freuen! 

Übrigens... sind alle Restaurants in New York mit Buchstaben an den Eingängen oder in den Fenstern ausgestattet - um Restaurants, die mit C gekennzeichnet sind, würde ich lieber einen Bogen machen. Auch von Restaurants mit einem B nimmt man lieber Abstand. In Restaurants mit einem A als Kennzeichnung kann man jedoch bedenkenlos essen gehen!

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